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bestehende situation
Die beiden den Pfarrer-Bleek-Platz flankierenden Häuserzeilen 2-10 und 1-9 bilden den Abschluss der
Blockrandbebauungen Bülow- und Tauentzienstraße.
Der bauliche Zustand des Geschosswohnungsbaus ist als desolat zu beschreiben. Der Platz dient lediglich
als Wegebeziehung von Bülow- und Tauentzienstraße und birgt keinerlei Aufenthaltsqualität. Durch das
massive Bunkereingangsgebäude werden Blickbeziehungen und eine Gliederung des Raumes verhindert.
Als Abschluss des Sanierungsabschnittes im Bülowviertel sollen die beiden Häuserzeilen des Pfarrer-
Bleek-Platzes und das Bunkereingangsgebäude abgerissen und eine Neukonzeption des Platzes mit einer
innerstädtischen Wohnbebauung verwirklicht werden.
städtebauliches konzept
Durch die neue Bebauung wird die axiale Ausrichtung des Platzes auf das alte evangelische Pfarrhaus in
seiner geschichtlichen Bedeutung für den Stadtraum herausgearbeitet.
Beidseitig dienen die Reihenhausbebauungen weiterhin als Abschluss der Blockrandbebauungen Bülowund
Tauentzienstraße. Die durchgängigen Bebauungen der beiden Häuserzeilen bilden die Platzkanten. In
Ost-Richtung fassen die Doppelhäuser, in West-Richtung die bestehende Bebauung und das Cafe den
Platz.
Wie ein Band legt sich der neue Pfarrer-Bleek-Platz durch seinen einheitlichen Belag aus Betonwerkstein
im länglichen parkettartigen Belag zwischen Bülow- und Tauentzienstraße. Fußgänger, Radfahrer und
Autofahrer teilen sich den barrierefreien Platz gleichberechtigt auf. Kern des Konzeptes ist ein
gleichberechtigtes Nebeneinander.
Spiel- und Wasserflächen, Sitzgelegenheiten dienen gleichzeitig als mobile räumliche Gliederung und
lassen eine flexible Bespielung des Platzes zu. Durch die Integration und Ergänzung der Baumbestände
wird ein zurückhaltendes Platzgrün gestaltet. Das Cafe mit Außenfläche definiert einen Ort der
Platzgemeinschaft.
Das Straßenbild wird von ruhendem Verkehr freigehalten. Stellplätze sind hausintern zugeordnet und
werden durch zwei Carportanlagen auf dem Platz ergänzt. Über diese wird auch der Zugang zur
Bunkeranlage sichergestellt. Die Carports werden in leichter Konstruktion errichtet und können bei
Veranstaltungen multifunktional zur Platzfläche genutzt werden. Eine optionale Herstellung von
Stellplätzen im nördlichen Innenhofbereich mit fußläufiger Anbindung analog dem südlichen Bereich ist
denkbar.
wohnbebauung
Ausgangspunkt der Entwurfslösung ist die unterschiedliche Ausrichtung der Nord- und Südhäuserzeilen
hinsichtlich der Belichtung und Zuordnung der privaten Außenräume unter Beibehaltung eines
einheitlichen städtebaulichen Erscheinungsbildes.
Durch Staffelung der Geschosse und Gebäudeteile und einen zum Platz vorgelagerten Patio ist eine
ganztägige Besonnung für beide Häuserzeilen sichergestellt. Die offene Grundrißkonfiguration ermöglicht
ein Durchwohnen in Nord-Süd-Richtung. Die Gebäudetypen bieten somit zur Platzachse gleiche Qualität.
Die Gebäude sind flexibel und können sich den differenzierten und fortschreitenden Bedürfnissen der
Bewohner anpassen. Eine prototypische Grundrißstruktur bietet alternativ die Unterbringung einer
Einliegerwohnung im Erdgeschoß oder zusätzliches Ausbauvolumen im Obergeschoß. Weiterführend
kommt es zu einer Durchmischung unterschiedlicher Bewohnergruppen in einer Platzgemeinschaft.
Eine weitere Qualität sind die geschützten privaten Freiflächen und Rückzugsgebiete im innerstädtischen
Wohngebiet in Form der vorgelagerten Patios und der nicht einsehbaren Dachterrassen.
Die Grünzonen an den Gebäuderückseiten sollen ohne Abgrenzung des privaten Gartens ausgebildet
werden und übergangslos in den Gemeinschaftsgarten übergehen. Durch die funktionale
Grundrißzonierung konnte auf ein Sockelgeschoß zugunsten einer barrierefreien Erreichbarkeit verzichtet
werden